Biodiversität ist längst kein Nice-to-have mehr. Mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) und den DGNB-Kriterien ist sie zu einem messbaren Baustandard geworden. Beide Zertifizierungen verlangen, dass mindestens 70 % der gepflanzten Arten heimisch sind. Wer eine Blühwiese statt Rasen anlegt, holt die maximalen Punkte.
Der Pflanzenkatalog von KlimaGarten21 enthält 72 heimische Arten mit einem dokumentierten Bienen- und Pollinatoren-Wert. Damit lässt sich eine Außenanlage planen, die nicht nur die Zertifizierung erfüllt, sondern aktiv zur Artenvielfalt beiträgt.
- 📋 QNG & DGNB fordern ≥70 % heimische Pflanzenarten
- 🌼 Blühwiese statt Rasen = maximale Punkte
- 🐝 KlimaGarten21: 72 heimische Arten mit Pollinatoren-Wert
- 🏅 DGNB-Zertifikat „Biodiversitätsfördernde Außenräume" seit 2024
Was QNG und DGNB fordern
Das QNG ist das nationale Qualitätssiegel der Bundesregierung für zirkuläre Gebäude. Es fordert, dass die Außenanlagen ressourcenschonend aufgewertet werden und ein Mindestanteil von 70 % heimischer Pflanzenarten eingehalten wird. Die DGNB geht weiter und hat seit 2024 ein eigenes Zertifikat für „Biodiversitätsfördernde Außenräume" eingeführt. Es bewertet nicht nur den Artenanteil, sondern auch Strukturvielfalt, Nistmöglichkeiten, Wasserflächen und den Verzicht auf Pestizide.
| Kriterium | QNG | DGNB Biodiversität |
|---|---|---|
| Heimische Arten | ≥70 % | ≥70 % |
| Blühwiese | Empfohlen | Maximale Punkte |
| Strukturvielfalt | Empfohlen | Bewertet |
| Nistmöglichkeiten | Empfohlen | Bewertet |
| Pestizidverzicht | Voraussetzung | Voraussetzung |
Blühwiese statt Rasen
Ein klassischer Zier Rasen ist ressourcenschonend wenig wert: Er wird gemäht, gedüngt und bewässert, bietet aber kaum Lebensraum für Insekten. Eine Blühwiese mit heimischen Kräutern und Gräsern hingegen ist ein Hotspot der Artenvielfalt. Sie blüht von Frühling bis Herbst, bietet Nahrung für Bienen, Schmetterlinge und andere Pollinatoren und braucht weniger Pflege.
Aus dem KlimaGarten21-Katalog lassen sich gezielt Arten mit hohem Pollinatoren-Wert auswählen. Von den 72 heimischen Arten haben viele einen dokumentierten Bienen- und Schmetterlingswert, der bei der Planung berücksichtigt werden kann.
72 heimische Arten mit Pollinatoren-Wert
Der KlimaGarten21-Katalog ist nach Nutzwert kategorisiert. Er umfasst:
| Kategorie | Anzahl | Pollinatoren-Wert |
|---|---|---|
| Heimische Stauden | 72 | Hoch (Bienen/Schmetterlinge) |
| Davon Blühwiesen-Arten | ~40 | Sehr hoch |
| Davon Bodendecker | 10 | Mittel |
| Davon Kletterpflanzen | 6 | Mittel |
Von Exoten auf heimische Stauden umstellen
Viele Garten-Center bieten exotische Zierpflanzen an, die optisch ansprechend sind, aber für die lokale Fauna kaum Nutzen bringen. Die Umstellung auf heimische Stauden ist nicht nur förderrelevant – sie ist oft auch pflegeleichter, da die Arten an das lokale Klima angepasst sind. Der KlimaGarten21-Katalog hilft bei der Auswahl mit KlimaScore und Pollinatoren-Wert.
Entscheidungs-Checkliste Biodiversität
- ☑ Sind ≥70 % der gepflanzten Arten heimisch?
- ☑ Ist eine Blühwiese statt Rasen geplant?
- ☑ Wurden Arten mit hohem Pollinatoren-Wert ausgewählt?
- ☑ Sind Nistmöglichkeiten (Insektenhotels, Totholz) vorgesehen?
- ☑ Wurde auf Pestizide verzichtet?
- ☑ Wurde das DGNB-Zertifikat „Biodiversitätsfördernde Außenräume" geprüft?
Expertenmeinung
Biodiversität ist mehr als eine Zertifizierungsvorgabe – sie ist ein Qualitätsmerkmal. Wer ≥70 % heimische Arten pflanzt und eine Blühwiese anlegt, holt nicht nur QNG- und DGNB-Punkte, sondern schafft echten zirkulären Mehrwert. Der Leitfaden auf entscheidungen.greenbuild360.de/entscheidung/heimische-stauden-vs-exoten-biodiversitaet hilft bei der Entscheidung, und der KlimaGarten21-Katalog liefert die passenden 72 Arten mit Pollinatoren-Wert.
Ihre Entscheidungsgrundlage: Den strukturierten Vergleich mit Quellen, Kostenrahmen und Empfehlung finden Sie auf unserer Entscheidungsplattform: Dgnb Vs Qng.
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Häufige Fragen
Häufig gestellte Fragen zu Außenanlagen bei QNG und DGNB
Welche Pflanzen gelten bei QNG und DGNB als heimisch?
Als heimisch gelten gebietseigene Arten, die an das jeweilige regionale Ökosystem und Klima angepasst sind.
Warum reichen konventionelle Rasenflächen für Spitzenwerte nicht aus?
Monokulturelle Rasen bieten kaum Lebensraum für Insekten; Blühflächen fördern gezielt die lokale Biodiversität.
Wie wird der Anteil heimischer Pflanzen dokumentiert?
Über Pflanzlisten und Freiflächenpläne des Landschaftsarchitekten im Rahmen des Zertifizierungsprozesses.
