Von Norbert Jacobsen (CEO, GreenBuild360)
Was ist der DGNB Gebäuderessourcenpass?
Der DGNB Gebäuderessourcenpass ist ein Instrument zur systematischen Erfassung und Dokumentation sämtlicher in einem Bauwerk verbauter Materialien. Er dient dazu, das Gebäude als stoffliches Lager für zukünftige Generationen zu definieren und den Wert dieser Ressourcen transparent abzubilden.
- Datenqualität: 100 % Erfassung aller wesentlichen Gebäudekomponenten.
- Zirkularitätsindex: Messbare Bewertung der Rückbaubarkeit der Konstruktion.
- Urban Mining: Vorbereitung für den verlustfreien Rückbau am Lebensende des Gebäudes.
- ESG-Konformität: Erfüllung regulatorischer Anforderungen an das Ressourcenmanagement.
Key Takeaways
- Materialpass als Basis: Nur wer genau weiß, was im Gebäude steckt, kann Materialien später recyceln.
- Wertsteigerung: Die Dokumentation erhöht den Restwert des Gebäudes als Rohstoffquelle erheblich.
- Zirkuläres Bauen: Der Pass unterstützt aktiv die Transformation weg vom linearen hin zum zirkulären Bauen.
Einleitung
In der aktuellen Bauwirtschaft werden Ressourcen oft einseitig verbraucht und nach Ablauf der Nutzungsdauer als Abfall deklariert. Um dies zu ändern, benötigen wir eine vollständige digitale Erfassung unserer Baumaterialien.
Der DGNB Gebäuderessourcenpass bietet hier die notwendige methodische Grundlage. Er verknüpft Architektur mit einer Datenbank für Urban Mining und sichert die Rückführbarkeit von Baustoffen in den Kreislauf.
Warum Ressourcenmanagement heute für Investoren zählt
Für Investoren und Projektentwickler gewinnt der Gebäuderessourcenpass massiv an Bedeutung. Die Dokumentation von verbauten Materialien ist ein Kernpunkt für die ESG-Berichterstattung. Investitionen in Gebäude mit hohem Zirkularitätspotenzial weisen langfristig ein geringeres wirtschaftliches Risiko auf, da künftige Entsorgungskosten durch stoffliche Verwertung minimiert werden können.
| Parameter | Ohne Ressourcenpass | Mit Ressourcenpass |
| Materialwissen | Gering | Exakt dokumentiert |
| Rückbaubarkeit | Nicht bewertet | Planbar |
| Restwert | Unbekannt | Kalkulierbar |
| ESG-Reporting | Aufwendig | Automatisiert |
Methodik der Dokumentation
Die Erfassung erfolgt idealerweise über den gesamten Lebenszyklus. Bei Neubauten integriert GreenBuild360 dies bereits in die Planungsphase. Durch unser leimfreies NiTO Holzstein Bausystem und die Kooperation mit Partnern wie GLAPOR für recyceltes Schaumglas ist die Dokumentation der einzelnen Stoffströme präzise möglich. Die Daten werden so strukturiert, dass sie jederzeit für eine Materialflussanalyse bereitstehen.
Vorteile des Urban Mining
Urban Mining versteht Städte als riesige Materiallager. Ein Gebäude, das mit einem detaillierten Ressourcenpass ausgestattet ist, erlaubt es, Baustoffe am Ende des Lebenszyklus sortenrein zu trennen. Dies vermeidet kostenintensive Mischabfall-Entsorgung und schont natürliche Primärrohstoffe. Durch das Stecksystem von EcoCocon können Wandmodule zerstörungsfrei entnommen und wiederverwendet werden, was die Zirkularitätsbilanz verbessert.
Entscheidungs-Checkliste
- Ist der Rückbau des geplanten Gebäudes bereits in der Statik berücksichtigt? -> Empfehlung: Mechanische Fügetechniken wählen.
- Sind alle Stoffdaten in einer digitalen Datenbank hinterlegt? -> Empfehlung: Building Information Modeling (BIM) nutzen.
- Sollen Fördermittel des Bundes (QNG) in Anspruch genommen werden? -> Empfehlung: Der Ressourcenpass ist oft Voraussetzung.
- Ist der Wert des Gebäudes als Rohstoffdepot bereits in der Wirtschaftlichkeitsrechnung berücksichtigt? -> Empfehlung: Mit Projektentwicklern durchrechnen.
Die Norbert-Ecke: Ein Gebäude sollte niemals als bloßes Endprodukt gesehen werden. Es ist ein Zwischenlager für hochwertige Materialien. Mit dem DGNB Gebäuderessourcenpass machen wir das unsichtbare Kapital innerhalb unserer Wände endlich sichtbar und bewertbar.
FAQ
Wer ist die Zielgruppe für den Ressourcenpass? Architekten, Investoren, Kommunen und Eigentümer, die den Lebenszyklus ihrer Immobilie ganzheitlich steuern wollen.
Ist der Pass gesetzlich verpflichtend? Aktuell ist er freiwillig, wird jedoch im Rahmen von QNG-Zertifizierungen und ESG-Anforderungen zum Standard.
Wie aufwendig ist die Erstellung? Durch BIM-gestützte Planung bei GreenBuild360 lässt sich der Aufwand minimieren, da Daten aus der Planung direkt in den Pass fließen.
Kann man bestehende Gebäude nacherfassen? Ja, im Rahmen von Bestandssanierungen lässt sich ein vereinfachter Pass zur Wertermittlung erstellen.
Kontakt und Beratung
Sichern Sie den Wert Ihres Bauprojekts durch Transparenz und zirkuläre Planung. Das Team der GreenBuild360 unterstützt Sie bei der Erstellung des DGNB Gebäuderessourcenpasses und der Planung zirkulärer Gebäude. Kontaktieren Sie uns für eine Erstberatung: +49 800 42360 00. Besuchen Sie unsere Entscheidungsplattform für weitere Details zu unserem Bausystem.
