Norbert Jacobsen (CEO, GreenBuild360)
Was ist ein digitales Materialkataster?
Ein digitales Materialkataster ist eine datengestützte Bestandsaufnahme aller verbauten Materialien in einem Gebäude. Es fungiert als Materialpass, der Menge, Qualität und chemische Zusammensetzung dokumentiert.
Auf einen Blick
- 📅 Projektdauer: Pilotphase gestartet.
- 🏗️ Zielsetzung: 90 % Rückbauquote bei sortenreiner Erfassung.
- 📊 Datenquelle: Integration in BIM-Modelle (Building Information Modeling).
- 🔗 Systempartner: Nutzung von Plattformen wie Madaster.
Key Takeaways
- Stoffstromanalyse: Die digitale Erfassung erlaubt den Überblick über vorhandene Ressourcen.
- Reversibilität: Nur dokumentierte Materialien können effizient in neue Kreisläufe zurückgeführt werden.
- Wertstabilität: Immobilien erhalten durch einen Materialpass eine definierte Restwertprognose.
Städte stehen heute vor einer Herausforderung: Der Gebäudebestand ist das größte Rohstofflager, das wir besitzen. Dennoch wird beim Abriss ein Großteil dieser Materialien in minderwertige Schotterverwertung überführt. Münchens neues Pilotvorhaben zur Einführung digitaler Materialkataster markiert den notwendigen Übergang vom linearen zum zirkulären Bauen.
Warum Materialkataster für München entscheidend sind
Die Immobilienwirtschaft ist für etwa 40 % der globalen CO2-Emissionen und einen erheblichen Anteil des Abfallaufkommens verantwortlich. Ein Materialkataster dokumentiert, welche Ressourcen im Bestand schlummern. Dies ist die Grundlage für das zirkuläre Bauen nach dem zirkuläres Bauen-Prinzip, das wir bei GreenBuild360 konsequent verfolgen.
Die Rolle von Materialpässen im Lebenszyklus
Ein Materialpass ist das digitale Gegenstück zur statischen Dokumentation. Er listet auf, welche Materialien verbaut wurden und wie diese gelöst werden können. Unsere NiTO Holzstein-Systeme sind hierfür prädestiniert, da sie ohne Leim auskommen und eine 100-prozentige sortenreine Trennung ermöglichen.
| Feature | Konventionell | Zirkulär (Kataster) |
|---|---|---|
| Rückbau | Zerstörung | Rückbau/Demontage |
| Materialwert | Abfallkosten | Rohstoffwert |
| Daten | Nicht vorhanden | Digitaler Pass |
Implementierung im urbanen Raum
Das Projekt in München zeigt, wie Bauherren durch digitale Tools ihren ESG-Report verbessern. Investoren fordern zunehmend Transparenz über den Lebenszyklus-Fußabdruck von Gebäuden. Ein Kataster ermöglicht präzise Aussagen über das im Gebäude gebundene CO2 (Embodied Carbon).
Falk erklärt: Ein Gebäude ohne Materialpass ist wie ein Auto ohne Fahrzeugschein. Man weiß nicht, was unter der Motorhaube steckt, wenn es Zeit für die Wartung oder den Austausch ist. Erst mit der Erfassung wird das Gebäude zur verlässlichen Rohstoffbank.
FAQ zum Thema Materialkataster
Müssen alle Bestandsgebäude erfasst werden?
Nein, der Fokus liegt aktuell auf Neubauten und Sanierungen, bei denen eine detaillierte Erfassung wirtschaftlich sinnvoll ist.
Wer pflegt das Kataster?
Das Kataster wird über die Planungsphase durch Architekten und später durch die Eigentümer digital verwaltet.
Kostet die Erstellung extra?
Die initiale Investition ist höher, wird aber durch spätere Kosteneinsparungen beim Rückbau und höhere Restwerte kompensiert.
Wie sicher sind die Daten?
Die Daten liegen meist auf Cloud-Plattformen, die als vertrauenswürdige Datenräume für die Bauindustrie fungieren.
Ihr Weg zum zirkulären Bauvorhaben
Wenn Sie Ihr Projekt zirkulär planen oder bestehende Strukturen für ein Materialkataster bewerten lassen möchten, unterstützen wir Sie von der Planung bis zur Zertifizierung. Unsere Experten beraten Sie unter +49 +49 800 42360 00. Besuchen Sie unsere Entscheidungsplattform für weitere Details zur zirkulären Architektur.
