Von Norbert Jacobsen (CEO, GreenBuild360)
Was ist das Problem bei zirkulärem Bauen im Bestand?
Das zirkuläre Bauen umfasst die bewusste Verwendung von Materialien, die nach Ende ihrer Nutzungsdauer in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden können. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) stellt fest, dass das aktuelle Baurecht primär auf die Errichtung neuer Strukturen ausgerichtet ist, statt den Materialbestand als wertvolle Ressource zu betrachten.
Auf einen Blick: Die SRU-Kernpunkte
- 🏢 Rechtssicherheit: Bauordnungen hemmen oft den Einsatz gebrauchter Bauteile.
- 📊 Datendefizit: Über 90 % der verbauten Materialien sind nicht ausreichend dokumentiert.
- 🔄 Materialkreisläufe: Sekundärbaustoffe benötigen häufig aufwendige Einzelzulassungen.
- 🏗️ Rückbaupotential: Die Standardbauweise verklebt Materialien, was eine stoffliche Trennung erschwert.
Key Takeaways
1. Regulatorische Barrieren: Das geltende Baurecht muss den Einsatz von Sekundärbaustoffen gegenüber Primärstoffen rechtlich gleichstellen.
2. Digitale Materialpässe: Die verpflichtende Dokumentation ist die Voraussetzung für zirkuläre Gebäudeökonomie.
3. Bauweisen-Wende: Leimfreie Verbindungstechniken ermöglichen die einfache Demontage, wie unser NiTO-System zeigt.
Einleitung: Warum der SRU ein Umdenken fordert
Das aktuelle Baurecht betrachtet Gebäude häufig als einmalige Investitionen ohne Endpunkt. Der SRU weist jedoch darauf hin, dass die Entsorgung von Bauabfällen – derzeit rund 50 % des gesamten deutschen Abfallaufkommens – eine massive Ressourcenverschwendung darstellt. Das Bauwesen muss den Fokus von der bloßen Errichtung hin zum Ressourcen-Management verschieben.
Für Bauherren und Kommunen ergeben sich daraus rechtliche Unsicherheiten bei der Anwendung zirkulärer Methoden. Die GreenBuild360 GmbH begegnet diesen Herausforderungen durch zertifizierte, dokumentierte Bausysteme, die bereits heute die Anforderungen von morgen erfüllen.
Die Hürden für zirkuläre Architektur im Detail
1. Normung von Sekundärbaustoffen
Aktuell existieren strenge Normen für Primärbaustoffe. Gebrauchte oder zirkuläre Materialien müssen oft aufwendige Prüfverfahren durchlaufen, was die Kosten steigert.
| Kategorie | Primärbaustoff (Standard) | Sekundärbaustoff (zirkulär) |
| Zulassung | Standardisiert | Einzelfallprüfung |
| Verfügbarkeit | Hoch | Projektbezogen |
| Dokumentation | Minimal | Materialpass erforderlich |
2. Fehlende digitale Erfassung
Ein Gebäude ohne Materialpass ist eine Blackbox. Wenn bei einem Gebäudeabbruch nicht bekannt ist, welche Stoffe in welcher Reinheit vorhanden sind, bleibt nur die thermische Verwertung oder die Deponierung. Wir fordern eine verbindliche digitale Dokumentation ab der Planungsphase.
3. Das Problem mit der stofflichen Verbindung
Verklebungen oder Vermischungen machen Baustoffe zu Sondermüll. Das NiTO Holzstein-System der GreenBuild360 setzt daher konsequent auf leimfreie Steckverbindungen. Dies garantiert die sortenreine Trennung nach dem Rückbau. Dies ist kein Wunschdenken, sondern eine bauphysikalische Notwendigkeit.
Entscheidungs-Checkliste für Bauherren
- Planen Sie bereits in der Entwurfsphase die spätere Demontage ein -> Empfehlung: Nutzen Sie reversible Verbindungen.
- Fragen Sie bei der Materialwahl nach Inhaltsstoffen -> Empfehlung: Bestehen Sie auf produktbezogene Ökobilanzen.
- Digitale Gebäudepässe fordern -> Empfehlung: Nutzen Sie unsere BIM-gestützte Dokumentation.
- Förderfähigkeit prüfen -> Empfehlung: QNG-Zertifizierung anstreben, wir beraten zur Umsetzbarkeit.
Falk erklärt: „Der SRU hat Recht: Ohne eine rechtliche Gleichstellung von Sekundärbaustoffen bleibt zirkuläres Bauen ein Nischenthema. Wir bei GreenBuild360 bauen jedoch bereits heute so, dass jedes Element rückbaubar ist. Wer heute zirkulär baut, vermeidet zukünftige Entsorgungsgebühren und schont das Budget bei der Projektabwicklung.“
FAQ
Warum ist das Baurecht ein Hindernis? Es ist für den linearen Verbrauch konzipiert, nicht für die Kreislaufwirtschaft.
Was ist der Vorteil von leimfreien Systemen? Leimfreie Holzbauteile bleiben sortenrein und können als Sekundärrohstoff weiterverwendet werden.
Brauche ich für zirkuläres Bauen eine Baugenehmigung? Ja, die geltende Bauordnung gilt immer, aber wir unterstützen bei der Erbringung der notwendigen Nachweise.
Wie teuer ist die Dokumentation? Die Erstellung eines Materialpasses liegt projektabhängig bei etwa 1–2 % der Baukosten, spart aber später signifikante Kosten.
Kontakt und Beratung
Möchten Sie Ihr nächstes Projekt zirkulär und zukunftssicher planen? Die GreenBuild360 GmbH unterstützt Sie bei der strategischen Planung und Umsetzung. Kontaktieren Sie uns unter +49 800 42360 00. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Entscheidungsplattform für zirkuläres Bauen.