Norbert Jacobsen (CEO, GreenBuild360)
Was sind Emissionskriterien für Innenräume?
Emissionskriterien definieren Grenzwerte für flüchtige organische Verbindungen (VOC) und Formaldehyd, die Baustoffe an die Raumluft abgeben. Ab 2026 verschärft die EU mit der Richtlinie 2024/825 die Anforderungen an die Transparenz bei Umweltversprechen und Produktkennzeichnungen massiv.
Auf einen Blick: Fakten zur Wohngesundheit
- 🎯 Ziel: Reduktion der VOC-Belastung unter 100 µg/m³ im Innenraum.
- 🏗️ Fokus: Substitution von lösemittelhaltigen Klebern durch Lehm und Holz.
- ⚖️ Compliance: EU 2024/825 verbietet allgemeine Werbeaussagen ohne Laborbeleg.
- 📉 Kontrolle: Jährliche Emissionsmessungen nach Bauabschluss als Standard.
Key Takeaways
- Nachweispflicht: Allgemeine Labeling-Versprechen sind rechtlich nicht mehr haltbar.
- Materialwahl: Natürliche Baustoffe wie Lehm und Holz minimieren das Emissionsrisiko proaktiv.
- Zertifizierungsstandard: Das Sentinel Haus Institut passt Prozesse an die neuen EU-Vorgaben an.
Einleitung: Warum 2026 die Bauwende einläutet
Viele Bauherren vertrauten bisher auf diffuse Marketingbegriffe bei Bauprodukten. Ab 2026 beendet die EU-Verordnung 2024/825 diese Praxis. Wer Baustoffe als schadstoffarm bewirbt, muss dies durch standardisierte Messmethoden belegen.
Für GreenBuild360 ist das eine Bestätigung unseres Konzepts. Wir setzen auf offene Systeme wie das NiTO Holzstein System, bei dem die Materialzusammensetzung zu 100 % dokumentiert ist.
Die neue Transparenz bei Baustoffen
Das Sentinel Haus Institut definiert derzeit die Anforderungen neu. Ziel ist die Trennung von werblichen Aussagen und faktischen Emissionsdaten. Bauherren müssen künftig nachweisen können, welche Stoffe in ihre Raumluft emittieren.
Vergleich: Emissionen klassischer Baustoffe vs. Naturbaustoffe
| Materialgruppe | VOC-Potenzial (klassisch) | VOC-Potenzial (Bio) |
| Kleber/Harze | Hoch (bis 500 µg/m³) | Minimal (leimfrei) |
| Innenwand | Mittel (Dispersionsfarbe) | Niedrig (Lehmputz) |
| Dämmung | Mittel (Mineralwolle) | Sehr niedrig (Holz/Stroh) |
Strategien zur Umsetzung ab 2026
Um die Ziele für 2026 zu erreichen, ist eine digitale Zirkularitäts- und Schadstoffdokumentation erforderlich. Jedes Bauteil muss über seinen Lebenszyklus nachvollziehbar sein. GreenBuild360 nutzt hierfür digitale Zwillinge.
Entscheidungs-Checkliste für Bauherren
- Prüfung der Produktdatenblätter auf VOC-Emissionen -> Verlangen Sie Prüfberichte.
- Vermeidung von Verbundstoffen -> Setzen Sie auf sortenreine Materialien.
- Integration von lehmbasierten Oberflächen -> Nutzen Sie naturbo Lehmplatten.
- Lüftungskonzept prüfen -> Kombination mit Triple Solar PVT Systemen.
Falk erklärt: "Gesunde Raumluft ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer konsequenten Materialselektion. Wenn wir 2026 von schadstoffarmen Innenräumen sprechen, meinen wir die physikalische Abwesenheit von ausgasenden Chemikalien, nicht bloße Zertifikate an der Wand."
FAQ
Was ändert sich 2026 konkret? Die Beweislast für Umweltaussagen liegt beim Hersteller, gestützt auf EU 2024/825.
Sind Lehmputze eine Lösung? Ja, sie sind als Sorptionsflächen für Schadstoffe in der Innenraumluft wissenschaftlich anerkannt.
Was bedeutet Sentinel-Konformität? Es bedeutet, dass das Bauvorhaben die strengen Grenzwerte für Wohngesundheit des Instituts einhält.
Brauche ich eine Zertifizierung? QNG oder ähnliche Standards helfen bei der Finanzierung und umfassen eine baubegleitende Prüfung.
Kontakt für zirkuläres Bauen
Sie planen ein gesundes Gebäude nach den Standards für 2026? Wir beraten Sie bei der Materialwahl und Zertifizierung. Kontaktieren Sie unsere Zentrale in Spaichingen unter +49 +49 800 42360 00 oder besuchen Sie unsere Entscheidungsplattform für Bauherren.
