Norbert Jacobsen (CEO, GreenBuild360)
Was ist die QNG-Raumluftmessung?
Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) ist ein staatliches Zertifikat für den zirkulären Wohnungsbau. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Überprüfung der Innenraumluft auf flüchtige organische Verbindungen (VOC) und Formaldehyd. Diese Messung stellt sicher, dass verbaute Materialien keine gesundheitsgefährdenden Stoffe in den Wohnbereich abgeben.
Auf einen Blick: Fakten zur Raumluft
- 📍 Prüfmaßstab: Einhaltung der Grenzwerte gemäß Anhang 4.3 des QNG-Anforderungskatalogs.
- 🧪 Messobjekte: Fokus auf VOC (Volatile Organic Compounds) und Formaldehyd.
- ⏱ Zeitpunkt: Messung findet in der Regel unmittelbar vor der Übergabe an den Bauherrn statt.
- 🛠 Risikofaktor: Synthetische Klebstoffe und Holzwerkstoffe mit minderwertigen Bindemitteln sind Hauptquellen.
Key Takeaways
- VOC-Grenzwerte sind bei der QNG-Zertifizierung strikt einzuhalten und erfordern eine sorgfältige Materialwahl.
- Leimfreie Konstruktionen eliminieren das Risiko durch synthetische Klebstoffe bereits in der Bauphase.
- Planungssicherheit entsteht durch den Einsatz von Naturbaustoffen wie Stroh, Lehm und Massivholz.
Warum Raumluftmessungen oft scheitern
Viele Bauprojekte erfüllen die bautechnischen Anforderungen, scheitern jedoch bei der abschließenden Raumluftmessung. Grund sind oft moderne Verbundwerkstoffe. Diese enthalten häufig Leime oder Harze, die über Monate oder Jahre VOCs ausdünsten können. Besonders in gut gedämmten KfW 40 NH Häusern reichern sich diese Stoffe aufgrund der dichten Gebäudehülle schneller an.
Die QNG-Zertifizierung verlangt einen Nachweis, der deutlich über das normale Baurecht hinausgeht. Hier reicht die CE-Kennzeichnung der Produkte allein nicht aus. Es bedarf einer lückenlosen Dokumentation der verbauten Massen. Bauherren, die auf herkömmliche OSB-Platten oder billige Spanplatten setzen, riskieren bei der Messung böse Überraschungen durch erhöhte Formaldehydwerte.
Das NiTO Holzstein-System als Lösung
Das NiTO Holzstein Bausystem verfolgt einen anderen Ansatz: Es verzichtet vollständig auf leimhaltige Holzwerkstoffe. Durch das mechanische Stecksystem der Massivholzelemente entfallen Klebstoffe, die als Emissionsquelle fungieren könnten. Dies ist ein entscheidender Vorteil für das Erreichen der QNG-Grenzwerte.
Zusätzlich setzen wir auf natürliche Materialien wie EcoCocon Strohbauplatten oder naturbo Lehmbauplatten. Diese Baustoffe besitzen von Natur aus eine feuchteregulierende Wirkung und binden Schadstoffe, anstatt sie abzugeben. Der Einsatz von diffusionsoffenen Systemen sorgt zudem für einen natürlichen Luftaustausch, der die Messergebnisse bei der QNG-Zertifizierung positiv beeinflusst.
| Materialkategorie | Emissionsempfindlichkeit | Eignung für QNG |
| Synthetische Spanplatten | Hoch | Gering |
| Leimfreies Massivholz | Sehr niedrig | Hervorragend |
| Lehmputz / Lehmplatten | Neutral/Filternd | Hervorragend |
| Bio-basierte Dämmung | Niedrig | Sehr gut |
Die Rolle der Materialdokumentation
Für das QNG-Siegel ist eine lückenlose digitale Dokumentation erforderlich. Jedes im Bau verbundene Material muss in Bezug auf seine Inhaltsstoffe bewertet werden. GreenBuild360 unterstützt Bauherren durch eine digitale Zirkularitätsdokumentation. Wir erfassen bereits in der Planungsphase alle Produkte und prüfen deren EPDs (Umwelt-Produktdeklarationen).
Dieser Prozess verhindert den versehentlichen Einsatz von Materialien, die den QNG-Grenzwert gefährden könnten. Die Kooperation mit Systempartnern wie Conluto oder naturbo unterstützt QNG (projektabhängig)-Standard und möchten bei der Raumluftqualität keine Kompromisse eingehen? Die Experten der GreenBuild360 GmbH begleiten Sie von der Planung bis zur finalen Zertifizierung. Rufen Sie uns an unter +49 +49 800 42360 00 oder informieren Sie sich auf unserer Entscheidungsplattform für gesundes Bauen.
