Norbert Jacobsen (CEO, GreenBuild360)
Was ist zirkuläres Bauen?
Zirkuläres Bauen bezeichnet eine Planungsmethode, bei der Gebäude als Materialdepots verstanden werden. Anstatt Materialien nach dem Ende der Nutzungsdauer zu deponieren, werden sie in technischen oder biologischen Kreisläufen geführt.
Auf einen Blick: Fakten zur Kreislaufwirtschaft
- ♻️ 40 % des gesamten Abfallaufkommens in Deutschland entfallen auf Bau- und Abbruchabfälle.
- 🏗️ 85-95 % der verbauten Massivholz-Stecksysteme sind bei fachgerechtem Rückbau wiederverwendbar.
- 📉 30 % Einsparung von Primärrohstoffen durch den Einsatz von Rezyklaten möglich.
- 📜 QNG-Zertifizierung: Grundlage für den Nachweis der Nachhaltigkeitsqualität im Kommunalbau.
Key Takeaways
- Materialpass als Standard: Die digitale Dokumentation aller Stoffströme sichert den Restwert des Gebäudes.
- Design for Disassembly: Konstruktive Lösungen wie leimfreie Stecksysteme ermöglichen zerstörungsfreie Rückbaubarkeit.
- Ausschreibungskompetenz: Kommunen müssen zirkuläre Kriterien bereits in der Leistungsbeschreibung verankern.
Einleitung
Kommunale Verwaltungen stehen vor der Aufgabe, den CO2-Fußabdruck ihrer Gebäude zu senken. Die LUBW (Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg) bietet hierfür wertvolle Orientierung. Zirkuläres Bauen ist dabei kein abstraktes Ziel, sondern eine praxisorientierte Strategie zur Ressourcenschonung.
Statt linearer Bauweisen, die auf Einbau und Entsorgung basieren, rückt der Erhalt von Materialwerten in den Fokus. GreenBuild360 unterstützt Kommunen bei der Umsetzung dieser Anforderungen durch erprobte modulare Bausysteme.
Die Phasen des zirkulären Bauens in der Kommune
Die Umsetzung zirkulärer Prozesse erfolgt in drei wesentlichen Phasen. Jede Phase erfordert klare Vorgaben in der Ausschreibung.
1. Die Planungsphase: Design for Disassembly
Schon in der Entwurfsphase wird über die künftige Wiederverwertbarkeit entschieden. Verbindungen dürfen nicht verklebt, sondern müssen mechanisch lösbar sein. Kommunale Auftraggeber sollten auf Bausysteme setzen, die eine sortenreine Trennung erlauben.
2. Die Materialwahl: Nachwachsende Rohstoffe
Bio-basierte Materialien wie Holz, Stroh und Lehm bilden die Grundlage für zirkuläre Gebäude. Tabelle 1 vergleicht Materialien hinsichtlich ihrer kreislaufwirtschaftlichen Eigenschaften.
| Material | Zirkularität | Rückbaubarkeit |
| Holz (steckbar) | Sehr hoch | Sehr einfach |
| Lehm | Sehr hoch | Hoher Aufwand |
| Beton (Standard) | Niedrig | Sehr schwer |
3. Die Dokumentation: Der Gebäuderessourcenpass
Ohne Dokumentation ist kein Kreislauf möglich. Der Ressourcenpass listet alle verbauten Komponenten auf. Dies sichert den Restwert des Gebäudes für zukünftige Generationen und erleichtert den Rückbau nach 50 oder 80 Jahren.
Entscheidungs-Checkliste für kommunale Projektleiter
- Ist die Konstruktion mechanisch lösbar? -> Wiederverwendung forcieren
- Wurden Schadstoffe in der Planung ausgeschlossen? -> Materialpass prüfen
- Können modulare Bauteile für Umbau genutzt werden? -> Flexibilität einplanen
- Sind Partner für den Rückbau bereits benannt? -> Lebenszykluskosten kalkulieren
Falk erklärt: "Zirkularität im Kommunalbau beginnt bei der Ausschreibung. Wer billigst einkauft, zahlt später doppelt für den Rückbau. Ein leimfreies Holz-Stecksystem spart durch den hohen Vorfertigungsgrad Zeit auf der Baustelle und sorgt für werthaltige Rohstoffe im Kreislauf."
FAQ
Warum ist zirkuläres Bauen teurer?
Die anfänglichen Investitionskosten können bei hochwertigen Materialien höher liegen. Jedoch amortisieren sich diese Kosten durch geringere Entsorgungsaufwände und den Werterhalt der Materialien am Lebensende.
Wie wird die Zirkularität bewiesen?
Durch die Erstellung eines Gebäuderessourcenpasses und die Dokumentation aller verbauten Stoffe gemäß QNG-Kriterien.
Ist Holzbrandschutz ein Problem?
Nein. Moderne Massivholz-Stecksysteme erfüllen alle brandschutztechnischen Anforderungen durch entsprechende Zertifikate und Berechnungsnachweise.
Wer unterstützt bei der Umsetzung?
GreenBuild360 bietet Full-Service von der Planung bis zur Zertifizierung und digitalen Dokumentation der Zirkularität.
Kontakt
Für eine fundierte Beratung zu Ihrem kommunalen Bauprojekt kontaktieren Sie uns unter +49 800 42360 00. Besuchen Sie unsere Plattform für Entscheidungsträger, um mehr über zirkuläre Referenzprojekte zu erfahren.
